Gabi HellerText, Rezitation
Michael ArmannMusik, Klavier
Diana-Marina FischerSopran
Doris M. WürgertBühne
Hans MelzerKonzeption, Regie

Krankheit, Alter, Behinderung - dies sind längst Themen, die nicht mehr "privat" bleiben können. Aber schaltet sich unsere Gesellschaft wirklich ein, findet Beteiligung nur über die Medien statt oder beginnt unser Interesse erst dann, wenn es uns persönlich trifft! Wichtige Fragen, die nicht allein von Soziologen, Politikern und Medizinern beantwortet werden dürfen, sondern von uns allen, weil es um eine Kultur des Zusammenlebens geht.

Privateinrichtung erzählt von der Verbundenheit einer Mutter mit ihrem behindertem Kind. Wie mit einer Wortkamera seziert dabei die Autorin Gabi Heller in ihrem Monolog ein menschliches „Down under“. Unerbittlich, authentisch und gestochen scharf sind ihre Bilder von Ausgrenzung und Auflehnung.

Dies durchbricht der Komponist Michael Armann immer wieder mit Arien, die luftig-zärtlichen, aber auch leidenschaftlichen Liebesversprechen gleichen. Privateinrichtung erweist sich dadurch als eine Geschichte aufrichtiger Zuneigung und nicht zu zerstörender Loyalität. Zusammen mit der Sopranistin Diana-Marina Fischer gelingt ein Forum hoher und zugleich sanfter Intensität.

Privateinrichtung ist eine ungewöhnliche Klassikproduktion, die sich mutig und kritisch mit dem Thema Behinderung auseinandersetzt.

Die Uraufführung fand am 17. Januar 2008 in Zusammenarbeit mit der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen im Kleisthaus Berlin, Bundesministerium für Arbeit und Soziales, statt.