Parkbank
Entspannung: sonniger, blauer Himmel, die Erde warm schmeckend und nach Sommer riechend. Blumen pflückend schob sie den Kinderwagen die Isar entlang. Von Kiosk zu Kiosk, Parkbank zu Parkbank, Brücke zu Brücke. Die bunten Blüten bedeckten Felix, er sah aus wie ein schlafendes, hübsches Kind. Ufergras, Hundebesitzer, Spaziergänger, Rentner, Radfahrer. So wie sie! Sie wollte so sein wie sie. „Ich bin wie sie, es ist möglich so zu sein wie die anderen.“ Sie bog mit dem Kinderwagen in einen Spielplatz ein, setzte sich zunächst auf eine Bank und beobachtete, was die anderen Mütter so taten. Plaudernd, ab und zu die Kinder kontrollierend, saßen sie da. Es gab Schaukel, Wippen und eine Rutschbahn. Die kleineren Kinder wurden von den Müttern auf die Rutsche gesetzt und schlitterten an ihren Händen herunter. „Das kannst du auch, Felix!“ Sie bemühte sich das Kind so selbstverständlich wie möglich aus dem Wagen zu heben, um es nach oben auf die Rutsche zu tragen. Dort nahm sie Felix zwischen ihre Beine und sie rutschten herab. „War das lustig? – Felix?“, sie lachte ihn an und Felix reagierte mit einem lauten Quietschen. Natürlich hatten sie alle beobachtet, und die Frau dachte, so jetzt kommt jemand und spricht mich an. Sie wartete, wiederholte das Rutschen, wobei sie merkte, daß es sie sehr anstrengte, besonders dieses Vortäuschen von Leichtigkeit und Fröhlichkeit. Sie wiederholte das Rutschen nicht mehr, sondern zog sich zurück auf eine der leeren Parkbänke. Ihr Lachen nahm ihr den Atem und krampfte in ihre Gurgel, ihren Hals. Weinen. Sie verschwand in häßlichem Schluchzen. Sie schämte sich. „Nur nie wie die Mutter eines behinderten Kindes aussehen! Nie, nie frustriert blicken!“